3 November, 2020
Aus CO₂-Sicht betrachtet, wird der Dieselwagen plötzlich umweltfreundlich – vorausgesetzt, er wird mit 100 % HVO betankt. Dennoch ist HVO100 umstritten, und einige Autohersteller zögern noch.
HVO ist hydriertes Pflanzenöl und chemisch identisch mit fossilem Dieselkraftstoff. Allerdings unterliegt HVO einer anderen Klassifizierung und wird anders behandelt als fossiler Dieselkraftstoff. Nur wenige Automobilhersteller genehmigen beide Kraftstoffarten für ihre Motoren. Derzeit ist HVO100, wie der Kraftstoff genannt wird, von Peugeot, Citroën, DS und Nissan zugelassen. BMW, Volvo und Mercedes befinden sich ebenfalls im Zulassungsprozess, wobei die beiden letztgenannten Hersteller bereits Projekte mit Taxis durchführen, die mit HVO100 betrieben werden.
Lucien Koopmans, Professor an der Chalmers-Universität und Leiter des Lehrstuhls für Verbrennungs- und Antriebssysteme, hat Tests durchgeführt, die keine Nachteile von HVO100 aufzeigen; im Gegenteil, sie stellten ausschließlich positive Auswirkungen auf die Emissionen fest. Allerdings beschränkten sie sich auf Verbrennungstests und untersuchten nicht die Langzeitwirkung auf den Motor.
Auch Carl-Erik Sthernvall, technischer Experte beim Nationalen Automobilfahrerverband, spricht über die Vorteile von HVO.
Es ist wichtig zu betonen, dass erneuerbare Kraftstoffe der zweiten Generation nicht mit denen der ersten Generation verglichen werden sollten. Ethanol, RME und ähnliche Kraftstoffe sind eine einfachere Form von Biokraftstoffen. HVO100 hingegen, das zu den Kraftstoffen der zweiten Generation zählt, durchläuft einen Raffinierungsprozess, der einen Kraftstoff erzeugt, dessen Moleküle im Wesentlichen mit denen von fossilem Diesel identisch sind. Genau darin liegt der Unterschied, und er ermöglicht die vollständige Ersetzung fossiler Brennstoffe, so Carl-Erik Stjernvall.
Neben der Tatsache, dass die Verfügbarkeit von Kraftstoffpumpen im ganzen Land stark eingeschränkt ist, ist auch der Umweltaspekt umstritten. Welche Umweltvorteile HVO100 tatsächlich bietet, hängt maßgeblich davon ab, welcher Rohstoff bei der Herstellung verwendet wird.
Der Kraftstoff kann aus Palmöl hergestellt werden, einem Rohstoff, der bekanntermaßen erhebliche Auswirkungen auf den Regenwald hat. Neste, der weltweit größte HVO-Produzent, stellt einen Großteil seines HVO-Diesels in PFAD her, einem Nebenprodukt der Palmölproduktion. PFAD ist jedoch umstritten, und die schwedische Regierung hat kürzlich beschlossen, das Unternehmen vom schwedischen Markt auszuschließen, da es als Teil der Palmölindustrie angesehen wird.
Die Forschung läuft jedoch weiter und es werden Tests mit anderen Rohstoffen durchgeführt. Beispielsweise können Reststoffe aus der Fischereiindustrie oder Schlachtabfälle als Rohstoff dienen. Eine Alternative, die für Autofahrer hier im Norden aktuell erscheint, ist Kiefernöl, das bei der Papierherstellung gewonnen werden kann. Leider ist die Verfügbarkeit etwas eingeschränkt, und es gibt auch Hinweise darauf, dass Kiefernöl kälteempfindlich ist.
Die Fortsetzung folgt in dem spannenden und wichtigen Begleitartikel über den Treibstoff in den heutigen und insbesondere den Autos der Zukunft.
HVO steht für hydriertes Pflanzenöl und ist laut Teknikens Värld ein erneuerbarer Kraftstoff, der Dieselkraftstoff beigemischt oder in Dieselmotoren ersetzt werden kann. HVO wird durch die Verarbeitung von Pflanzenöl oder tierischen Fetten mit Wasserstoff unter Einwirkung eines Katalysators hergestellt.
Fettsäuren reagieren bei hoher Temperatur und hohem Druck mit Wasserstoffgas und bilden Kohlenwasserstoffketten, die mit Dieselkraftstoff identisch sind. Der einzige Unterschied zu fossilem Dieselkraftstoff besteht darin, dass HVO eine etwas geringere Dichte und einen etwas niedrigeren Energiegehalt aufweist.
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